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Personas erstellen für Selbstständige: Anleitung mit Vorlage und KI-Tipps

10.Feb.2026

Wenn Klientinnen zu mir kommen und mich fragen: “Was sagst du zu meiner Webseite?”, “Was hältst du von diesem Produkt?” oder “Wie findest du diesen Text?” – dann stelle ich immer eine Gegenfrage:

Wer ist deine Ziel-Kundschaft? Mit welcher Brille soll ich drauf schauen?

Klar, ich kann dir meine fachliche Meinung geben. Aber es wird immer auch meine persönliche Meinung sein. Und am Ende zählt nicht, was ich denke. Es zählt, wen du damit ansprechen möchtest.

Deshalb empfehle ich allen, die sich selbstständig machen wollen oder es schon sind, mit einer einzigen Sache anzufangen, bevor alles andere kommt. Und mit “alles andere” meine ich wirklich alles: Firmenname, Logo, Brand Design, Webseite, Texte, Produkte, Social Media Strategie. Alles.

Frag dich als Erstes, nachdem du weißt, was du anbieten kannst und möchtest:

Wer ist meine Kundschaft? Wer ist meine Zielgruppe? Mit und für wen möchte ich gern arbeiten – und für wen nicht?

Um das herauszufinden, eignen sich nämlich Personas hervorragend. Warum das so ist und wie du dir selbst welche erstellen kannst erfährst du in diesem Artikel.


Was ist eine Persona und warum brauchst du sie für deine Selbstständigkeit?

Personas sind fiktive, aber realitätsnahe Profile von Menschen, die deine Zielgruppe repräsentieren. Sie geben deiner Kundschaft ein Gesicht, einen Namen, eine Geschichte. Statt über eine anonyme Masse nachzudenken, kannst du dir vorstellen, für eine ganz bestimmte Person zu schreiben, dein Angebot zu gestalten oder deine Preise festzulegen.

Eine Persona beschreibt typischerweise:

  • Demografische Daten (Alter, Wohnort, Beruf)
  • Ziele und Wünsche
  • Herausforderungen und Pain Points (Leid)
  • Kaufverhalten und Entscheidungswege
  • Bevorzugte Kommunikationskanäle
  • Werte und Persönlichkeit

Gerade wenn du gründest oder dein Angebot weiterentwickelst, ist eine Persona dein Kompass. Sie hilft dir, von der Sprache auf deiner Webseite über deine Preisgestaltung bis hin zur Wahl deiner Social-Media-Kanäle alles gezielt auf die Menschen auszurichten, die du wirklich erreichen willst.


Buyer Persona, User Persona, Proto-Persona: Welche Typen brauchst du als Gründerin?

Nicht jede Persona erfüllt denselben Zweck. Je nachdem, wo du in deiner Selbstständigkeit stehst, sind unterschiedliche Typen relevant:

Buyer Persona

Die wohl wichtigste Form für Selbstständige. Eine Buyer Persona beschreibt die Person, die die Kaufentscheidung trifft, also deine zahlende Kundschaft. Sie hilft dir zu verstehen, was jemanden dazu bringt, sich für dein Angebot zu entscheiden. Welche Bedenken gibt es? Welche Argumente überzeugen? Über welche Kanäle erreichst du diese Person am besten? Wenn du nur eine Persona erstellst, dann diese.

User Experience Persona

Diese Form der Persona beruht auf den oben genannten Punkten (Demografisches, Ziele, Herausforderungen, etc.) erweitert durch die Verhaltensweisen bei der Nutzung eines digitalen Produkts. Das heißt hier siehst du dir an wer zum Beispiel deine Webseite, App oder Social Media Profil besucht oder benutzt und überlegst dir welche für dich relevanten Bedürfnisse die User mitbringen.

Ein ganz einfaches Beispiel aus meiner Praxis: Vor einigen Jahren habe ich den Onlineshop für ein großes Baby-Bedarfs-Unternehmen in Österreich konzipiert und designed. Bei der Recherche fand ich heraus, dass die User zu 90% müde Mütter sind die meist nur eine Hand frei und wenig Zeit haben.
Dh ich habe den Shop so gestaltet, dass die Oberfläche minimalistisch und einfach zu verstehen war und der Shop auch mit einer Hand am Handy bedienbar war.

Proto-Persona vs. Datenbasierte Persona

Proto-Personas sind deine beste Freundin in der Gründungsphase. Eine schlanke, schnelle Version basierend auf deinen bisherigen Annahmen und Erfahrungen. Keine aufwändige Recherche, kein riesiger Zeitfresser. Perfekt als Startpunkt, wenn du noch keine Kundschaft hast und trotzdem fundierter planen willst.

Gegenüber steht die Datenbasierte Persona: Hier fließen echte Daten ein, wie Umfragen, Interviews, Web-Analytics, Kundenfeedback. Diese Personas werden in der Regel erstellt, wenn dein Business schon läuft und du genug Erfahrungswerte hast. Wenn du merkst, dass deine ersten Annahmen nicht mehr stimmen oder du dein Angebot skalieren möchtest, ist es Zeit für diesen Schritt.

Weitere Persona-Typen im Überblick

Die Welt der Personas ist vielfältiger als diese vier Grundtypen. Es gibt zum Beispiel:

  • Negative Personas, die beschreiben, wen du bewusst nicht ansprechen möchtest, was besonders für die Abgrenzung deines Angebots hilfreich sein kann.
  • Customer Journey Personas, die den gesamten Weg einer Person von der ersten Berührung mit deiner Marke bis weit nach der Kaufentscheidung darstellen.
  • Oder Accessibility Personas, die helfen, Barrierefreiheit von Anfang an mitzudenken.
  • Auch Candidate Personas im HR-Bereich sind verbreitet.

Du musst nicht alle kennen oder nutzen. Aber es ist gut zu wissen, dass es für fast jeden Kontext einen passenden Persona-Typ gibt. Für den Start deiner Selbstständigkeit reichen Buyer Personas und Proto-Personas vollkommen aus.

Ich persönlich arbeite meist mit einer Mischform aus Buyer- und UX-Persona basierend auf Recherche- und Umfrage-Daten.


Von grob bis fundiert: Drei Detailgrade für deine Persona

1. Proto-Persona erstellen (Ideal für die Gründungsphase)

Du sammelst dein bestehendes Wissen und deine Annahmen über deine Zielgruppe. Das können Gespräche sein, die du geführt hast, Beobachtungen aus deinem Umfeld oder Erfahrungen aus früheren Jobs. Eine Proto-Persona entsteht oft in einer Stunde und ist ein wertvoller erster Schritt, um Klarheit zu bekommen. Betrachte sie als Arbeitshypothese, die du mit der Zeit überprüfst und weiterentwickelst. Gerade wenn du noch am Anfang stehst und kein Budget für Marktforschung hast, ist das dein bester Startpunkt.

2. Persona mit kleiner Zielgruppenanalyse (Wenn die ersten Kund:innen da sind)

Hier ergänzt du deine Annahmen mit echten Einblicken. Du führst ein paar informelle Gespräche mit Menschen aus deiner Zielgruppe, schaust dir Social-Media-Kommentare an, liest Bewertungen von Mitbewerber:innen oder erstellst eine kurze Online-Umfrage. Der Aufwand ist überschaubar, aber der Unterschied zur reinen Annahme ist enorm. Dieser Schritt lohnt sich besonders, wenn du bereits erste Kund:innen hast und merkst, dass nicht alle so reagieren, wie du erwartet hast.

3. Persona mit intensiver Marktanalyse (Für die Skalierung)

Die umfassendste Variante: strukturierte Interviews, professionelle Umfragen, Auswertung von Web-Analytics, eventuell sogar Fokusgruppen. Das ist die Königsdisziplin und besonders sinnvoll, wenn du dein Business skalieren oder dein Angebot neu ausrichten möchtest. Oder wenn du in einem kompetitiven Markt unterwegs bist und dich klar positionieren musst.

Mein Rat: Starte mit einer Proto-Persona. Sie muss nicht perfekt sein. Wichtig ist, dass du überhaupt anfängst, dir bewusst zu machen, für wen du das alles machst. Du kannst sie jederzeit weiterentwickeln.


Personas als Selbstcheck: Was sie über dich und deinen Businessplan verraten

Was viele nicht auf dem Schirm haben: Personas zu erstellen ist nicht nur eine Übung über deine Kundschaft. Es ist gleichzeitig ein ehrlicher Selbstcheck für dein eigenes Angebot, dein Portfolio und deinen gesamten Businessplan.

Denn sobald du deine Persona vor dir hast, stellen sich Fragen, die direkt an die Substanz gehen:

  • Passt mein Angebot wirklich zu dem, was diese Person braucht?
  • Löst mein Produkt oder mein Service ein echtes Problem oder nur eines, das ich mir ausgedacht habe?
  • Stimmt meine Preisgestaltung mit dem überein, was sich meine Zielgruppe leisten kann und will?
  • Erreiche ich diese Menschen überhaupt über die Kanäle, die ich bespiele?
  • Ist meine Positionierung klar genug?

Viele Gründer:innen entwickeln ihre Angebote aus dem eigenen Bauchgefühl heraus. Das ist auch erstmal in Ordnung. Aber wenn du dann versuchst, eine Persona dafür zu definieren, und merkst, dass es nicht zusammenpasst, ist das kein Scheitern. Das ist ein Geschenk. Denn du entdeckst es jetzt und nicht erst, wenn du Zeit und Geld investiert hast.

Personas zwingen dich, ehrlich zu dir selbst zu sein. Und das ist manchmal unbequem, aber es macht deinen Plan stärker. Wenn du merkst, dass dein Angebot und deine Persona nicht zusammenpassen, hast du zwei Optionen: Du passt dein Angebot an oder du überarbeitest deine Zielgruppe. Beides ist völlig legitim. Hauptsache, am Ende stimmt es überein.

Deshalb gehören Personas auch in jeden guten Businessplan, nicht nur als Pflichtübung, sondern als echtes Denkwerkzeug.


Persona erstellen in 6 Schritten: So gehst du als Gründer:in vor

Hier ist ein praktischer Leitfaden, mit dem du ohne großen finanziellen oder zeitlichen Aufwand deine erste Persona erstellen kannst:

Schritt 1: Sammle, was du schon weißt

Nimm dir 30 Minuten und schreib alles auf, was du über deine Wunsch-Kundschaft weißt oder vermutest. Denk an bisherige Gespräche, Anfragen, oder Menschen in deinem Umfeld, die zu deiner Zielgruppe passen könnten. Wenn du aus einer Festanstellung in die Selbstständigkeit wechselst, denk auch an die Menschen, denen du dort begegnet bist.

Schritt 2: Definiere die Basics

Gib deiner Persona einen Namen und ein Alter. Wo lebt sie? Was arbeitet sie? Wie sieht ihr Alltag aus? Was sind ihre Interessen? Mach sie greifbar. Je konkreter, desto besser kannst du später alles auf diese Person ausrichten. Ich füge immer ein Profilfoto hinzu und gebe meinen Personas echte Gesichter. So ist es für mich später leichter sie wieder abzurufen.

Schritt 3: Identifiziere Ziele und Herausforderungen

Was möchte diese Person erreichen? Wo steht sie gerade? Was hält sie davon ab, weiterzukommen? Das ist der Kern deiner Persona, denn genau hier setzt dein Angebot an. Wenn du diesen Teil klar hast, wird auch dein Elevator Pitch einfacher.

Schritt 4: Verstehe das Kauf- und Entscheidungsverhalten

Wie informiert sich diese Person? Liest sie Blogs, hört sie Podcasts, scrollt sie durch Instagram? Kauft sie impulsiv oder braucht sie Zeit und viele Informationen? Ist ihr der Preis wichtiger oder die Qualität? Diese Antworten bestimmen später deine gesamte Marketing- und Vertriebsstrategie.

Schritt 5: Überprüfe deine Annahmen

Sprich mit zwei bis drei echten Menschen, die deiner Persona ähneln. Stell offene Fragen. Hör zu. Oft bestätigen diese Gespräche vieles, aber fast immer kommen auch überraschende Einsichten dazu, die dein Angebot besser machen.

Schritt 6: Dokumentiere und aktualisiere regelmäßig

Erstelle ein übersichtliches Dokument. Kein Roman, sondern ein Profil, das du immer wieder zur Hand nehmen kannst. Personas sind lebendige Dokumente. Aktualisiere sie regelmäßig, besonders nach den ersten echten Kund:innenkontakten. Was du am Anfang vermutet hast, wird sich verändern, und das ist gut so. Nutze ein Tool deiner Wahl, sei es Canva, Miro, Figjam, oder einfach PowerPoint.

Weiter unten im Artikel findest du ein kostenloses Persona-Template zum Download, mit dem du direkt loslegen kannst.


Personas mit KI erstellen und testen: So nutzt du Claude als Sparringspartnerin für dein Business

Eines meiner liebsten Tools für die Arbeit mit Personas ist mittlerweile KI. Nicht als Ersatz für echte Gespräche mit echten Menschen, aber als unglaublich wertvolle Ergänzung. Besonders wenn du gerade am Anfang deiner Selbstständigkeit stehst und noch keine Kundschaft hast, die du befragen könntest. Außerdem geht es einfach so schnell. Ich empfehle hier in diesem Artikel die KI “Claude”, weil ich damit am meisten Erfahrung habe und sehr zufrieden bin. Aus ethischen Gründen ist für mich ChatGPT nicht vertretbar. Warum kannst du zb hier lesen.

Proto-Personas mit KI-Unterstützung entwickeln

KI-Tools wie Claude können dir helfen, deine Proto-Persona zu schärfen. Du kannst zum Beispiel deine erste grobe Persona beschreiben und die KI bitten, blinde Flecken aufzudecken, zusätzliche Fragen zu stellen oder die Persona mit Marktdaten abzugleichen. Das ersetzt keine echte Zielgruppenanalyse, aber es bringt dich schneller zu einer Version, die du dann mit echten Menschen testen kannst.

Deine Zielgruppe simulieren und Angebote testen

Und hier wird es richtig spannend für Gründerinnen: Du kannst KI-Tools nutzen, um deine Persona zu simulieren. Das bedeutet, du gibst der KI die Beschreibung deiner Persona und bittest sie, aus dieser Perspektive auf dein Angebot, deine Texte oder dein Produkt zu schauen.

So könnte das zum Beispiel in Claude aussehen:

Du erstellst ein neues Projekt (unter “Projects”) und gibst im Projektkontext deine fertige Persona-Beschreibung ein. Dazu eine klare Anweisung wie: “Du bist Simone, 41, Senior Consultant aus Zürich, die viel Wert auf eine gesunde Ernährung und frische Küche legt. Antworte aus Simones Perspektive. Was sind deine ersten Gedanken, Bedenken und Fragen zu meinem Produkt?”

Danach kannst du in diesem Projekt alles Mögliche testen, was für dein Business relevant ist: “Simone, schau dir diesen Website-Text an. Würdest du dich angesprochen fühlen? Was fehlt dir? Was würde dich abschrecken?” Oder: “Hier ist mein Angebotspaket mit drei Preisstufen. Welche würdest du wählen und warum?” Oder: “Ich überlege, ob ich meinen Elevator Pitch so formuliere. Wie klingt das für dich?”

Die Antworten sind natürlich nicht dasselbe wie echtes Kundenfeedback. KI hat keine echten Emotionen, keine echten finanziellen Sorgen, kein echtes Zeitproblem. Aber die Perspektive, die dabei entsteht, ist oft überraschend hilfreich. Sie deckt Lücken in deiner Argumentation auf, zeigt dir Formulierungen, die an der Zielgruppe vorbeigehen, oder stellt Fragen, die du selbst nie gestellt hättest.

KI mit echten Kundendaten kombinieren für bessere Personas

Wenn du bereits echte Daten hast, also Umfrageergebnisse, Kundenfeedback, Interviewnotizen, wird die Kombination noch wertvoller. Du kannst diese Daten in den Projektkontext laden und die KI bitten, Muster zu erkennen, die Persona auf Basis der echten Daten weiterzuentwickeln oder Widersprüche zwischen deinen Annahmen und den realen Ergebnissen sichtbar zu machen.

Die Faustregel: KI ist deine Sparringspartnerin, nicht deine Zielgruppe. Nutze sie, um schneller und strukturierter zu denken. Aber überprüfe die Ergebnisse immer mit echten Menschen.


Warum deine Mutter kein Feedback zu deinem Business geben sollte: So holst du echte Meinungen ein

Und damit kommen wir zu einem Punkt, der unbequem ist, aber gesagt werden muss: Deine beste Freundin, dein:e Partner:in und deine Mutter sind in den allermeisten Fällen nicht die richtigen Personen, um dir Feedback zu deinem Angebot zu geben.

Das klingt hart, ist aber logisch. Diese Menschen lieben dich. Sie wollen dich unterstützen. Und genau deshalb werden sie dir selten sagen, was wirklich nicht funktioniert. Dazu kommt: Sie gehören wahrscheinlich gar nicht zu deiner Zielgruppe. Wenn deine Mutter dein Coaching-Angebot für Gründerinnen “ganz toll” findet, sagt das wenig darüber aus, ob sich eine 35-jährige Freelancerin davon angesprochen fühlt.

So findest du echte Testpersonen für dein Angebot

Schau dir deine fertige Persona an und überlege: Wo halten sich solche Menschen auf? In welchen Online-Communities, LinkedIn-Gruppen, Facebook-Gruppen, bei welchen Veranstaltungen, in welchen Netzwerken? Geh aktiv dorthin. Nicht um sofort etwas zu verkaufen, sondern um zuzuhören und ins Gespräch zu kommen.

Du kannst zum Beispiel in einer relevanten Gruppe einen Beitrag schreiben: “Ich entwickle gerade ein Angebot für “Zielgruppe X” und würde mich über ehrliches Feedback freuen. Wer hätte Lust auf ein kurzes 15-Minuten-Gespräch?” Du wirst überrascht sein, wie viele Menschen bereit sind, ihre Perspektive zu teilen, besonders wenn du authentisch auftrittst und klar machst, dass es dir wirklich ums Zuhören geht.

Auch informelle Settings funktionieren: Networking-Events, Meetups, Co-Working-Spaces. Überall dort, wo du Menschen triffst, die in das Profil deiner Persona passen, ist eine Gelegenheit, echte Einblicke zu gewinnen. Und nebenbei baust du schon dein Netzwerk auf, was als Selbstständige sowieso einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren ist.

Eine informelle Feedbackgruppe für dein Business aufbauen

Das Feedback dieser Menschen ist Gold wert. Es zeigt dir Dinge, die weder du selbst noch die beste KI-Simulation erkennen können: echte emotionale Reaktionen, kulturelle Nuancen, Prioritäten, die erst im Gespräch sichtbar werden.

Bau dir über die Zeit eine kleine informelle Feedbackgruppe auf. Drei bis fünf Menschen, die deiner Zielgruppe entsprechen und die bereit sind, dir ab und zu ehrliches Feedback zu geben. Das ist kein formeller Beirat, eher eine lockere Verbindung. Aber der Wert davon ist kaum zu überschätzen. Manche Gründerinnen nennen das liebevoll ihre “ehrliche Runde”. Diese Menschen können dir auch später helfen, wenn du neue Angebote entwickelst, deine Webseite überarbeitest oder deine Preise anpasst.


Wo du Personas als Selbstständige überall einsetzen kannst

Personas begleiten dich durch alle Phasen deiner Selbstständigkeit. Hier sind die wichtigsten Einsatzbereiche:

Bei der Gründung: Businessplan, Angebotsgestaltung, Preisgestaltung, Positionierung, Namensfindung, erste Website-Texte

Im laufenden Business: Produktentwicklung, Social Media Strategie, E-Mail-Marketing, Content-Erstellung, Vertriebsgespräche

Bei der Weiterentwicklung: Neue Angebote testen, Zielgruppe erweitern oder eingrenzen, Rebranding, Kampagnenplanung

Und auch jenseits der Selbstständigkeit sind Personas ein bewährtes Werkzeug: im UX- und Produktdesign für Nutzerführung und Interface-Design, im Non-Profit-Bereich für Förderanträge und Kommunikation mit Spendenden, im HR für Stellenausschreibungen und Employer Branding, in der Bildung für die Entwicklung von Lernmaterialien und Kurskonzepten…

Personas helfen überall dort, wo du nicht für dich selbst gestaltest, sondern für jemand anderen. Und das ist als Selbstständige immer der Fall.


Von der Persona zur Markenstrategie: Was ich aus 15 Jahren Brand Design gelernt habe

Bevor Mind Distillery entstanden ist, habe ich bereits über 15 Jahre als Brand Designerin gearbeitet und mit Kund:innen aus den verschiedensten Branchen Brand Strategy Workshops durchgeführt, von Solo-Selbstständigen bis hin zu etablierten Unternehmen. In diesen Workshops geht es darum, alle Aspekte einer Marke gemeinsam auszuarbeiten. Und der erste Schritt ist immer derselbe: Personas.

Denn erst wenn du weißt, für wen du das alles machst, ergibt alles andere Sinn. Danach folgen die weiteren Bausteine einer starken Marke:

Mission und Vision: Dein Warum und dein Wohin. Die Mission beschreibt, was du tust und für wen. Die Vision zeigt, wohin du langfristig willst und was du in der Welt verändern möchtest. Als Selbstständige ist das gleichzeitig dein innerer Kompass für Entscheidungen.

Unternehmenswerte: Die Grundsätze, nach denen du arbeitest und Entscheidungen triffst. Sie ziehen die richtigen Menschen an und machen transparent, wofür du stehst. Gerade bei Solo-Selbstständigen sind das oft auch deine persönlichen Werte.

USPs (Alleinstellungsmerkmale): Was macht dich einzigartig? Was können deine Kund:innen nur bei dir bekommen? USPs heben dich im Markt ab und geben deiner Kundschaft einen klaren Grund, sich für dich zu entscheiden, besonders wichtig, wenn du in einem Markt mit viel Konkurrenz unterwegs bist.

Brand Core: Der Kern deiner Marke. Was bleibt übrig, wenn du alles Überflüssige weglässt? Das ist die Essenz dessen, wer du als Marke bist. Bei Personenmarken, wie es viele Selbstständige sind, ist das eng verknüpft mit deiner Persönlichkeit.

Positionierung: Wo stehst du im Markt? Wie grenzt du dich von anderen ab? Positionierung bedeutet, bewusst zu entscheiden, wo du hin willst und wo nicht. Das klingt nach Einschränkung, ist aber Befreiung, weil du nicht mehr versuchst, alle zu erreichen. Wer kennt sie nicht die klassischen Bauchladenangebote.

Brand Voice: Wie klingt deine Marke? Welche Sprache nutzt du? Bist du locker und direkt oder sachlich und professionell? Die Brand Voice sorgt dafür, dass deine Kommunikation über alle Kanäle hinweg konsistent und wiedererkennbar ist.

So ein Workshop dauert ein bis zwei Tage, je nach Teilnehmendenanzahl und Vorbereitung wie Umfragen oder Marktanalysen. Es ist intensiv, aber es ist eine Investition, die ich jeder Gründerin nur ans Herz legen kann, die es ernst meint. Denn eine fundierte Markenstrategie spart dir langfristig unglaublich viel Zeit, Geld und Energie, weil du nicht mehr rätst, sondern weißt.


Brand Strategy Workshop und Persona-Webinar: Deine nächsten Schritte

Ich biete Brand Strategy Workshops nach wie vor an, sowohl für frische Gründerinnen als auch für bestehende Unternehmen. Wenn du das Gefühl hast, dass deiner Marke das Fundament fehlt oder du eine Neuausrichtung brauchst, meld dich gern bei mir.

Gleichzeitig plane ich gerade ein Webinar, in dem ich zeige, wie du die wichtigsten Elemente deiner Markenstrategie überwiegend alleine erarbeiten kannst, auch wenn das Budget gerade knapp ist. Denn ich weiß aus eigener Erfahrung als Gründerin: Am Anfang muss man kreativ sein mit dem, was man hat.

Wenn du dieses Webinar nicht verpassen möchtest, melde dich zu meinem Newsletter an. Dort informiere ich immer als Erstes über neue Termine, Webinare und Inhalte.


Fazit: Personas erstellen ist der wichtigste erste Schritt in die Selbstständigkeit

Personas sind kein nettes Extra im Businessplan. Sie sind das Fundament, auf dem alles andere aufbaut. Dein Firmenname, dein Logo, deine Webseite, deine Texte, dein ganzes Angebot wird besser, wenn du weißt, für wen es ist. Und gleichzeitig lernst du im Prozess auch unglaublich viel über dich selbst und darüber, ob dein eigener Plan wirklich aufgeht.

Du brauchst dafür kein großes Budget und keinen perfekten Plan. Du brauchst die Bereitschaft, dich mit den Menschen auseinanderzusetzen, die du erreichen möchtest. Starte mit einer Proto-Persona, teste sie mit KI als Sparringspartnerin und überprüfe alles mit echten Menschen, die zu deiner Zielgruppe passen. Der Rest folgt.

Und falls du dabei Unterstützung brauchst, sei es als Sparringspartnerin für deine Personas, in einem Brand Strategy Workshop oder als Mentorin auf deinem Weg in die Selbstständigkeit: Genau dafür bin ich da.


Kostenloses Persona-Template für Gründerinnen zum Download

Damit du direkt loslegen kannst, habe ich ein Persona-Template für dich vorbereitet. Es enthält alle wichtigen Felder, die du für eine solide Persona brauchst, speziell zugeschnitten auf die Bedürfnisse von Selbstständigen und Gründerinnen. Und es lässt sich mit der Zeit erweitern, wenn du mehr über deine Zielgruppe lernst. Du kannst es direkt im Browser ausfüllen und dir dann als PDF runter laden über die Drucken-Funktion deines Computers.



Möchtest du auf deiner Gründungsreise Unterstützung? 💪 Bei Mind Distillery begleite ich Frauen* auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit mit praktischem Know-how, psychologischer Expertise und einer Community von Gleichgesinnten. Trag dich jetzt in meine Warteliste ein und sei eine:r der Ersten, die von meinem FEMPRENEUR-Gründerinnenprogramm erfahren. Dort ist das ganze Thema Brand Strategy ein eigenes Modul und bereitet dich bestens darauf vor ein solides Business zu starten.

© Fotos: Agnes&Andi Photography, Midjourney


Isabella ist diplomierte psychologische Beraterin, Business Coach, Trainerin für Erwachsenenbildung und zertifiziert für systemische Aufstellungsarbeit. Mit 13+ Jahren Erfahrung als selbstständige Senior UX-Designerin und der Zusammenarbeit mit Kund:innen in ganz Europa bringt Isabella eine einzigartige, interdisziplinäre Perspektive in ihre Arbeit als Coach und Mentorin ein.

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